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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Das waren die Salzburger Festspiele Pfingsten 2018

22 MAI 2018

by FESTSPIELKIEBITZ  05:46 h;
veröffentlicht in: Pfingsten, Allgemein

Direktorium der Salzburger Festspiele mit Cecilia Bartoli © SF/Neumayr
„Cecilia Bartoli ist das Herz, die Seele aber auch das Intendantengenie der Pfingstfestspiele. Die Vielfalt des Programms gepaart mit der bewundernswerten Qualität hat die Pfingstfestspiele zum gleichwertigen Partner der Festspiele im Sommer gemacht. Dafür sind wir, das Direktorium, ihr unendlich dankbar. Ein Dank, dem sich das Publikum, misst man dessen Zustimmung am frenetischen Applaus, längst angeschlossen hat“, schwärmt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler.

Es waren die siebten Pfingstfestspiele, die Cecilia Bartoli künstlerisch leitete. Unter dem Motto „1868 – Zeitenbrüche“ gab es zwischen 18. und 21. Mai 2018 sieben Veranstaltungen.

„Durch ungewöhnliche Perspektiven neue Blicke auf unser musikalisches Erbe zu eröffnen ist eines der Ziele der Salzburger Festspiele Pfingsten. Ich war selber überrascht und begeistert, wie natürlich man den Weg von Rossini zu Brahms, Wagner, ja Tschaikowski findet. Für mich persönlich bedeutete dieser Überblick auch eine Rückschau auf meine eigene Karriere. Sie begann vor 30 Jahren mit Rossini und führt mich nach Ausflügen in fernes Repertoire immer wieder zu ihm zurück, wodurch ich ihn ganz neu erleben und präsentieren darf. Darum beglückte mich ganz besonders, dass mich durch die Pfingstfestspiele 2018 – neben dem mich so inspirierenden und unterstützenden Direktorium mit Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser und Kaufmännischem Direktor Lukas Crepaz – so viele meiner liebsten künstlerischen Weggefährten begleiten, manche sind seit Jahren meine Förderer und Partner, mit anderen verbinden mich jüngere, innovative künstlerische Projekte. Ihnen allen möchte ich von Herzen danken, und natürlich auch unserem treuen Publikum, das uns immer wieder mit großer Begeisterung folgt und das ich mit Freude auch im kommenden Jahr wieder begrüßen werde“, sagt Cecilia Bartoli, die künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele Pfingsten.

Knapp 12.400 Besucher aus 52 Nationen sind zu den Pfingstfestspielen 2018 nach Salzburg gekommen. Nach Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich, Großbritannien, USA, Spanien, Russland, Italien ist erstmals mit Argentinien ein Südamerikanisches Land in den Top 10 Nationen. Unter der künstlerischen Leitung von Cecilia Bartoli hat sich auch zu Pfingsten ein starker Kern an regelmäßig wiederkehrenden Stammgästen etabliert. 40 Prozent der Gäste waren bereits mindestens drei Mal in den Jahren ab 2012 zu Pfingsten in Salzburg. Die Gesamtauslastung liegt bei beachtenswerten 97 Prozent.

Im Pressebüro waren 84 Journalisten aus 12 Ländern weltweit für die diesjährigen Salzburger Festspiele Pfingsten akkreditiert.

Cecilia Bartoli hatte die Pfingstfestspiele 2018 das Motto „1868 – Zeitenbrüche“ gestellt. Zum einen als Hommage an Gioachino Rossini, dessen Todesjahr das war. Zum anderen, um zu zeigen welch unterschiedliche Werke in diesem Jahr komponiert oder erstaufgeführt wurden. Die Spanne reicht vom Brahms Requiem bis zu Jacques Offenbachs Opéra bouffe La Périchole.

Mit frenetischem Applaus und Standing Ovations wurde Rossinis komödiantische Oper L’italiana in Algeri als Auftakt der diesjährigen Pfingstfestspiele gefeiert. Das Regieduo Moshe Leiser und Patrice Caurier spielte mit Geschlechter- und Kulturklischees und erntete am Ende vom Publikum Lacher und Applausstürme. Dirigent Jean-Christophe Spinosi dirigierte sein Ensemble Matheus mit Freude an Rossinis musikalischem Farbspektrum. Aufwändige Bühnenbilder von Christian Fenouillat – darunter eine ganze Häuserzeile in Algier mit Satellitenschüsseln an jeder Wohnung – Stoff-Kamele, eine Wanne für das Schaumbad und ein riesiges Schiff glitten im Laufe des Abends über die Bühne. Das spielfreudige Ensemble zeigte sich in bunten Kostümen – von Agostino Cavalca – von Kaftan, über Jogginganzüge bis hin zu Feinripp-Unterwäsche. Zum mitreißenden Sänger-Ensemble gehörten: Peter Kálmán als Mustafà, Edgardo Rocha als Lindoro, Alessandro Corbelli als Taddeo, José Coca Loza in der Rolle des Haly, Rebeca Olvera als Elvira und Rosa Bove als Zulma. Sechs Mal kamen die Solisten zurück auf die Bühne, da der Applaus nicht abreißen wollte. Als schließlich Pfingst-Intendantin Cecilia Bartoli die Bühne betrat, die ihr Rollendebüt als Isabella gegeben hatte, hielt das Publikum nichts mehr auf seinen Stühlen. Es gab Standing Ovations. Dies wiederholte sich auch bei der zweiten Aufführung am Sonntagabend.

Ebenso reich an Applaus ging es am Pfingstsamstag weiter mit der Geistlichen Matinee. Anton Bruckners Motette Pange lingua aus dem Jahr 1868 und Johannes Brahms Ein deutsches Requiem aus dem Jahr 1869 erklangen unter dem Dirigat von Jérémie Rhorer. Das Requiem wurde in der von Brahms selbst verfassten intimeren Fassung für Solisten, Chor und Klavier zu vier Händen gespielt. Genia Kühmeier und Andrè Schuen sowie der Chor des Bayerischen Rundfunks verschafften dem Publikum intensive Momente. Pierre-Laurent Aimard und Intendant Markus Hinterhäuser übernahmen auf besonderen Wunsch von Cecilia Bartoli den Klavierpart. Nachdem die Musiker minutenlang beklatscht wurden, gab es am Ende Standing Ovations.

Jacques Offenbachs La Périchole war am Samstagabend als konzertante Aufführung angekündigt. Zur Begeisterung des Publikums und Dank eines spielfreudigen Sängerensembles rund um die drei Protagonisten – ein herausragender Benjamin Bernheim als Piquillo, Aude Extrémo als La Périchole und Alexandre Duhamel als Vizekönig von Peru – wurde daraus eine halbszenische Produktion. Marc Minkowski und seine Les Musiciens du Louvre erwiesen sich wieder einmal als ideale Interpreten des als „Mozart der Champs-Élysées“ in die Musikgeschichte eingegangenen Komponisten. Riesenjubel am Schluss.

Am Pfingstsonntag bedankte sich das Publikum mit minutenlangem Applaus bei der Staatskapelle Berlin unter dem Dirigat von Daniel Barenboim und dem Solisten András Schiff. Im Orchesterkonzert erklangen Rossinis Ouvertüre zu Semiramide, Griegs Konzert für Klavier und Orchester a-Moll und Tschaikowskis Symphonie Nr. 1 g-Moll. Daniel Barenboim gab als Zugabe und als besondere Referenz an Cecilia Bartoli die Ouvertüre zu La Cenerentola von Gioachino Rossini.

Besondere Momente verschaffte Javier Camarena beim Arienrezital am Sonntagnachmittag. Als Hommage an den spanischen Tenor Manuel García sang er Arien aus Ricciardo e Zoraide, aus Il barbiere di Siviglia und aus El poeta calculista. Gianluca Capuano dirigierte Les Musiciens du Prince – Monaco. Eine besondere Überraschung hatte sich Cecilia Bartoli ausgedacht. Obwohl sie zwei Stunden später wieder als Isabella auf der Bühne stand, zeigte sie Javier Camarena ihre besondere Wertschätzung. Sie sang gemeinsam mit ihm als Zugabe das Duett „Tutto è deserto… Un soave non so che…“ aus La Cenerentola und erschien dafür in ihrem Cenerentola-Outfit von 2014.

In einem Solistenkonzert verzauberte am Pfingstmontag Maxim Vengerov  zusammen mit der Camerata Salzburg das Publikum. Als krönender Abschluss der Pfingstfestspiele 2018 singen heute Abend Cecilia Bartoli und Jonas Kaufmann ein Festkonzert. Daniel Barenboim leitet die Staatskapelle Berlin und es erklingen Stücke von Rossini und Wagner.

Seit 2012 ist Rolex Hauptsponsor der Salzburger Festspiele sowie der Salzburger Festspiele Pfingsten unter der Leitung von Cecilia Bartoli. Nur durch die großzügige Unterstützung von Rolex kann eine szenische Produktion während der Salzburger Festspiele Pfingsten stattfinden. Die erfolgreiche Kooperation wurde bis 2021 verlängert.

www.salzburgerfestspiele.at/hauptsponsoren/rolex

Im Sommer wird die Oper L’Italiana in Algeri wiederaufgenommen: Premiere ist am 8. August 2018, weitere Vorstellungen gibt es am 11., 14., 16. und 19. August 2018 im Haus für Mozart. Wie zugkräftig der Name Bartoli ist, zeigt die Tatsache, dass alle Vorstellungen schon jetzt ausverkauft sind.