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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Die Oper 2016

5 NOV 2015

by FESTSPIELKIEBITZ  11:35 h;
veröffentlicht in: Oper

Le nozze di Figaro 2015 (Foto: SF / Ruth Walz)
Drei Neuinszenierungen, zwei Wiederaufnahmen, eine Neueinstudierung, eine Übernahme von den Salzburger Pfingstfestspielen und drei konzertante Opern umfasst das Opernprogramm 2016.
Eröffnet werden die Festspiele 2016 mit einer Uraufführung des britischen Komponisten Thomas Adès. The Exterminating Angel ist der Titel der Oper in zwei Akten, die nach Salzburg in London, Kopenhagen und 2018 in New York gezeigt werden wird. Als Vorlage diente Adès Luis Buñuels surrealistischer Film Der Würgeengel, der mit den gesellschaftlichen Ritualen der elitären Oberschicht spielt.
„It’s territory that I like very much because it looks as though the people are in a room, but it’s not really about the room, they’re actually trapped in their own heads.“ (Thomas Adès)
(„Es ist ein Sujet, das ich sehr mag, denn es sieht so aus, als wären die Leute in einem Raum, doch es geht eigentlich nicht um diesen Raum – in Wirklichkeit sind sie in ihren eigenen Köpfen gefangen.“)
Der Komponist selbst wird auch die musikalische Leitung der Uraufführung übernehmen, Regie führt der Librettist Tom Cairns. Es spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien im Haus für Mozart, unter anderem singen Anne Sofie von Otter, Charles Workman, Frédéric Antoun, Thomas Allen und John Tomlinson.

Die Liebe der Danae von Richard Strauss ist Teil der Festspielgeschichte – nach der in Salzburg abgesagten Uraufführung im Jahr 1944, kam es lediglich zu einer öffentlichen Generalprobe unter Clemens Krauss. Danach stand Die Liebe der Danae noch zweimal - 1952 und 2002 - auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele. 2016 wird die Oper neu inszeniert von Alvis Hermanis. Zwei Künstler, die den Salzburger Festspielen bereits mit dem Rosenkavalier 2014 und 2015 große Erfolge gebracht haben, sind darin zu erleben: Franz Welser-Möst dirigiert die Wiener Philharmoniker und Krassimira Stoyanova, die als Feldmarschallin bejubelt wurde, singt die Danae. In den weiteren Hauptrollen sind Tomasz Konieczny als Jupiter und Gerhard Siegel in der Rolle des Midas zu erleben.

Eine besondere Festspielpremiere stellt der Faust von Charles Gounod dar, da die Oper noch nie bei den Salzburger Festspielen auf dem Spielplan stand. Zwar ist der Titel der Oper Faust, doch steht vielmehr als in Goethes Faust die Figur der Marguerite im Mittelpunkt der Handlung, basierend auf der historisch verbürgten Kindsmörderin, die auch schon Goethe zu seinem Urfaust inspiriert hat. Regie, Bühnenbild und Kostüme dieser Oper in fünf Akten übernimmt Reinhard von der Thannen, an seiner Seite der Choreograph Giorgio Madia, denn Tanz ist integraler Bestandteil der Inszenierung. Alejo Pérez dirigiert im Großen Festspielhaus die Wiener Philharmoniker. In den Hauptrollen sind Piotr Beczala als Faust, Ildar Abrazakov als Méphistophélès und Maria Agresta als Marguerite zu sehen und zu hören.

Der Mozart / Da Ponte-Zyklus wurde 2015 von Regisseur Sven-Eric Bechtolf mit Le nozze di Figaro abgeschlossen – 2016 werden alle drei Produktionen Le nozze di Figaro (2015), Don Giovanni (2014) und Così fan tutte (2013) wieder aufgenommen. Letztere Oper in szenischer Neueinstudierung in der Felsenreitschule. Ottavio Dantone dirigiert das Mozarteumorchester Salzburg. Julia Kleiter ist als Fiordiligi zu erleben, Angela Brower singt die Dorabella. Mauro Peter übernimmt die Rolle des Ferrando und Alessio Arduini singt den Guglielmo. Martina Janková und Michael Volle treiben das Verwirrspiel als Despina und Don Alfonso voran.
Die musikalische Leitung des Don Giovanni hat Alain Altinoglu inne, der die Wiener Philharmoniker dirigiert. Ildebrando D’Arcangelo singt wie 2014 den Don Giovanni, Luca Pisaroni ist wieder in der Rolle des Leporello zu erleben. Donna Anna wird von Carmela Remigio  gesungen, die Rolle der Donna Elvira übernimmt Layla Claire. Paolo Fanale singt den Don Ottavio, Alain Coulombe die Partie des Commendatore. Zerlina wird von Valentina Nafornita gesungen, die Rolle des Masetto übernehmen Alessio Arduini beziehungsweise Iuri Samoilov.
Dan Ettinger wird beim Figaro wie 2015 die Wiener Philharmoniker leiten. In der Rolle des Grafenpaares Almaviva sind wie im vergangenen Jahr Luca Pisaroni und Anett Fritsch zu erleben, das Dienerpaar Susanna und Figaro singen Anna Prohaska und Adam Plachetka. In der Rolle des Cherubino ist wieder Margarita Gritskova zu erleben. Die Marcellina singt Ann Murray und in einigen Vorstellungen Liliana Nikiteanu. Carlos Chausson übernimmt die Rolle des Bartolo, den Basilio singt wie im Vorjahr auch Paul Schweinester.

Cecilia Bartoli feiert bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2016 Premiere mit Leonard Bernsteins West Side Story. Im Sommerprogramm wird diese Inszenierung  in der Regie von Philip Wm. McKinley als Wiederaufnahme gezeigt. Gustavo Dudamel dirigiert das Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela. Neben Cecilia Bartoli in der Rolle als Maria ist Norman Reinhardt als Tony zu erleben.

In der konzertanten Aufführung von Giacomo Puccinis Oper Manon Lescaut singt Anna Netrebko die Manon und Yusif Eyvazov den Renato Des Grieux. Armando Piña ist in der Rolle des Lescaut zu sehen, Carlos Chausson singt den Geronte de Ravoir und Benjamin Bernheim ist in der Rolle des Edmondo zu erleben. Marco Armiliato dirigiert das Münchner Rundfunkorchester.
Nach dieser Aufführung am 7. August findet eine Gala-Soiree zu Ehren von Anna Netrebko in der Salzburger Residenz statt. Der Reinerlös fließt in die Jugendarbeit der Salzburger Festspiele.

Eine Opernrarität ist Il templario von Otto Nicolai, dem Gründer der Wiener Philharmoniker, die ebenfalls konzertant aufgeführt wird. Andrés Orozco-Estrada leitet die Wiener Philharmoniker. Vilfredo d’Ivanhoe wird von Juan Diego Flórez gesungen, die Rebecca von Joyce diDonato.

Plácido Domingo wird auch in diesem Sommer wieder im Großen Festspielhaus zu erleben sein. In der konzertanten Aufführung von Jules Massenets Thaïs übernimmt er die Rolle des Athanaël, Sonya Yoncheva singt die Thaïs. Patrick Fournillier dirigiert das Münchner Rundfunkorchester.