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BIOGRAFIE

Edith Clever

Edith Clever, 1940 in Wuppertal geboren, studierte an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Von 1965 bis 1969 war sie am Theater Bremen bei Kurt Hübner und Peter Zadek engagiert. Danach wirkte sie bis 1984 im Ensemble der Berliner Schaubühne, zwischen 1995 und 1999 als Schauspielerin und Regisseurin.

Zu ihren großen Rollen zählen Antigone von Sophokles und Prinzessin Eboli in Schillers Don Carlos (Regie: Kurt Hübner, Theater Bremen 1966/1969), Isabella in Shakespeares Maß für Maß (Regie: Peter Zadek, Theater Bremen 1967), Luise in Schillers Kabale und Liebe sowie Leonore Sanvitale in Goethes Torquato Tasso (Regie: Peter Stein, Theater Bremen 1967/1969), Agaue in Die Bakchen von Euripides und Gertrud in Hamlet (Regie: Klaus Michael Grüber, Schaubühne am Halleschen Ufer 1973/1982), mit Luc Bondy Kalldewey, Farce (1982) von Botho Strauß und Warwara in Gorkis Sommergäste (Regie: Peter Stein, Schaubühne 1975). Unter Peter Steins Regie spielte Edith Clever zudem in Botho Strauß’ Trilogie des Wiedersehens (1978) und Groß und Klein (1980), Aischylos’ Die Orestie (1980) und Tschechows Drei Schwestern (1984) an der Schaubühne am Halleschen Ufer und am Lehniner Platz. Von 1984 bis 1994 arbeitete sie ausschließlich mit Hans-Jürgen Syberberg; es entstanden der Film Parsifal (1981), dann die großen Monologe Die Nacht (1984), Penthesilea (Koproduktion Festival d’Automne, Paris und Hebbel-Theater Berlin), Die Marquise von O… von Heinrich von Kleist und Ein Traum, was sonst (1990) am Hebbel-Theater Berlin sowie in Paris. Aus diesen Arbeiten gingen die Filme Die Nacht (1982), Penthesilea (1988) und Ein Traum, was sonst (1994) hervor.

Am Burgtheater spielte sie unter Luc Bondys Regie 2006 in Schlaf von Jon Fosse, die Gnädige Frau in Die Zofen von Jean Genet und 2013 Dorine in Molières Tartuffe. Selbst Regie führte sie bei Medea von Euripides (auch Titelrolle, 1995), Der Hausbesuch (1997) mit Jutta Lampe nach einer Erzählung von Rudolf Borchardt, Goethes Frauen (Koproduktion Kunstfest Weimar und Schaubühne) und Hofmannsthals Elektra (1999) an der Schaubühne am Lehniner Platz sowie bei Becketts Glückliche Tage (2002) und im Monolog Gertrud (2002) aus Einar Schleefs gleichnamigem Roman, Koproduktionen des Berliner Ensembles und des Burgtheaters Wien.

Bei den Salzburger Festspielen war Edith Clever in Peter Steins Antonius und Cleopatra (1994/1995) von Shakespeare, als Titania in Carl Maria von Webers Oberon (Regie: Klaus Metzger, 1996) und in Robert Wilsons Dantons Tod (1998) von Georg Büchner zu sehen. Sie spielte in Filmen namhafter Regisseure wie Georginas Gründe (Regie: Volker Schlöndorff, 1975), Die Marquise von O. (Regie: Eric Rohmer, 1976) und Die linkshändige Frau (Regie: Peter Handke, 1978).

1976 erhielt sie den Bundesfilmpreis, 1983 den Bayerischen Filmpreis für Penthesilea (Regie: Hans-Jürgen Syberberg) und das Filmband in Gold. Seit 1988 ist sie Trägerin des Gertrud-Eysoldt-Ringes. 2006 bekam sie den NESTROY-Theaterpreis verliehen.

Stand: Juni 2018