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BIOGRAFIE

Alarmél Valli

Die berühmte indische Tänzerin und Choreografin Alarmél Valli ist bekannt für ihre Fähigkeit, traditionelles indisches Tanzvokabular in eine subtile, zutiefst verinnerlichte, persönliche Tanzpoesie zu verwandeln. Als Sechsjährige begann sie ihre Ausbildung im Bharatanatyam-Stil bei bedeutenden Lehrern wie Pandanallur Chokkalingam Pillai und dessen Sohn Sri Subbaraya Pillai und fand dabei zu einem einzigartigen Stil, der als „kompromisslos klassische und doch gleichzeitig persönliche Ausdruckssprache“ beschrieben wurde, „sowohl stilisiertes Idiom als auch Idiolekt, in dem die Grenzen zwischen Tradition und individuellem Talent, zwischen kulturellem Erbe und Innovation aufgehoben sind.“ In ihrer 30-jährigen Karriere hat sie ein bedeutendes künstlerisches Œuvre erarbeitet, das die unendlichen Räume innerhalb der klassischen indischen Tradition auslotet.
Alarmél Valli hat oft gesagt, dass sie mit ihrem Körper „singt“ und mit ihrer Kunst „spricht“. Ihre musikalische Ausbildung bei dem renommierten Musiker Thanjavur Muktha und ihr Verständnis von Dichtung als komplexe Mischung von Musik und Sinngehalt verhalfen ihr dazu, Tanz als visuelle Musik und Dichtung zu verstehen und zu interpretieren. Als Pionierin in der Interpretation von Sangam-Lyrik im Tanz hat sie sich aufgrund ihrer mehr als 25-jährigen Forschung zu diesen einzigartigen antiken tamilischen Dichtungen weltweite Anerkennung für ihre Verdienste um den Tanz in Indien erworben.
1984 gründete Alarmél Valli die Dipasikha Dance Foundation, an der sie Bharatanatyam unterrichtet. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei der höchsten indischen zivilen Ehrungen, den Padma Shri-Preis und den Padma Bhushan-Preis, die ihr vom indischen Präsidenten verliehen wurden. Sie wurde mit dem Preis der Central Sangeet Natak Academy und dem Kalaimamani-Preis der Regierung des Bundesstaates Tamil Nadu ausgezeichnet und von der französischen Regierung zum Chevalier de l‘ordre des Arts et des Lettres ernannt.
Zu den Höhepunkten ihrer internationalen Karriere zählen Auftritte am Bolschoi-Theater, am Théâtre de la Ville in Paris, beim Internationalen Festival ImPulsTanz Wien, den Münchner Opernfestspielen, dem Edinburgh Festival, dem New York International Festival of the Arts, dem Festival d’Avignon, dem Festival Internacional Cervantino, bei den Biennalen in Lyon, Helsinki und Venedig, an der Royal Albert Hall und der Queen Elizabeth Hall in London, beim Millennium Festival in Berlin und an der Alten Oper Frankfurt.
Alarmél Vallis Kunst ist von bekannten indischen Produzenten wie Govindam Aravindan und Prakash Jha filmisch dokumentiert worden. BBC 2 widmete ihr einen Film im Rahmen der Dokumentationsserie Omnibus, und die staatlichen Films Division of India gaben einen Film über sie für die Indian National Archives in Auftrag, bei dem Arun Khopkar Regie führte. 2011 gewann Lasya Kavya, ein Film über Alarmél Valli von Sankalp Meshram, den nationalen Preis für den besten Film über Kunst und Kultur.
Über Vallis Tanzstil schrieb Gisela D’Andrea in The Minneapolis Tribune: „Vallis Tanz ist Bewegung als pure Freude. [...] Eine Alarmél Valli oder Suzanne Farrel kann im wahrsten Sinne des Wortes unendliche Nuancen der Emotion und feinste Facetten im Design verkörpern und das Göttliche durchscheinen lassen. Sie können, zumindest für den Augenblick, dem Chaos Ordnung entreißen.“

Stand: Juli 2015

Alarmél Valli, ©  Shalini

Alarmél Valli, © Shalini

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