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PROGRAMMDETAIL

William Shakespeare Die Komödie der Irrungen

Neuinszenierung

Dauer ca. 2 Stunden und 10 Minuten.

PREMIERE

  • 01. August 2015, 19:30 Uhr

AUFFÜHRUNGEN

  • 03. August 2015, 19:30 Uhr
  • 05. August 2015, 19:30 Uhr
  • 06. August 2015, 19:30 Uhr
  • 08. August 2015, 19:30 Uhr
  • 09. August 2015, 19:30 Uhr
  • 11. August 2015, 19:30 Uhr
  • 12. August 2015, 19:30 Uhr
  • 15. August 2015, 19:30 Uhr
  • 17. August 2015, 19:30 Uhr
  • 19. August 2015, 19:30 Uhr
  • 22. August 2015, 19:30 Uhr

SPIELSTÄTTE

Perner-Insel, Hallein

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Henry Mason, Regie
Patrick Lammer, Musikalische Leitung
Michaela Mandel, Bühne
Jan Meier, Kostüme
Mario Ilsanker, Licht
Simon Eichenberger, Choreografie

BESETZUNG

Thomas Wodianka, Antipholus von Ephesus / Syracus
Florian Teichtmeister, Dromio von Ephesus / Syracus
Meike Droste, Adriana
Elisa Plüss, Luciana
Marcus Bluhm, Herzog von Ephesus
Roland Renner, Egeon
Barbara de Koy, Äbtissin Emilia
Claudia Kottal, Kitty Sahne, Kurtisane
Karola Niederhuber, Luise / Nachtclubsängerin
Christian Graf, Dr. Zwack
Alexander Jagsch, Angelo
Reinhold G. Moritz, Wachtmeister
Rafael Schuchter, Balthasar
Claudius von Stolzmann, Juwelendealer
In weiteren Rollen: Ensemble.
Musiker: Hubert Bründlmayer, Patrick Lammer, Bernd Satzinger

ZUR PRODUKTION

GRATIS BUS-SHUTTLE
Anfang Reichenhaller Straße, Höhe Haus Nr. 4
Abfahrt zur Perner-Insel, Hallein: 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn

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William Shakespeares kürzestes Stück ist auch das einzige, das das Wort „Komödie“ im Titel trägt. Das virtuose Verwechslungsspiel um zwei Zwillingspaare einzig als Farce zu betrachten wäre allerdings verkehrt. Es sind echte Menschen mit echten Abgründen, Konflikten und Seelennöten, die hier ins Komödiengetriebe geraten. Das Aufeinanderprallen von inneren und äußeren Welten ist es, das den Reiz dieses Frühwerkes ausmacht.

Es sind sehr unterschiedliche Handlungsfäden, die Shakespeare hier zu einem kompakten Ganzen webt. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Ben Jonson schrieb Shakespeare nur eine einzige wirklich urbane Komödie, eben die der Comedy of Errors. Das Figurenpersonal von Ärzten, Kaufleuten und Huren entlieh er aus Plautus’ Menaechmi, wie auch die Grundhandlung und seine Protagonisten, ein schwer verwirrtes Zwillingspaar. Auf ein zweites Paar Zwillinge, das der beiden Diener, stieß er in Plautus’ Amphitruo, wo Gott Merkur zum Doppelgänger des Knechtes Sosias wird.

Mit nunmehr vier Zwillingen potenziert Shakespeare die Verwechslungen und Fehlannahmen des Grundplots. Schlau fädelt er die Ereignisse so ein, dass dem ortsansässigen Antipholus nach und nach alles entzogen wird, was sein Ich ausmacht – seine Frau, sein Haus, sein Name –, während seinem ortsfremden Bruder eben dies alles in den Schoß fällt, auf so unheimliche Art und Weise, dass er an seinem Verstand zu zweifeln beginnt. Die in Shakespeares Œuvre so häufige Verdoppelung von Identitäten (er war selbst Vater von Zwillingen) bringt stets den Traum oder den Wahnsinn ins Spiel. So auch im Ephesus der Irrungen, das, wie Shakespeare aus der Bibel wusste, ein Ort der bösen Geister, der Teufelsbeschwörer war, wo Antipholus von Ephesus schließlich für verrückt erklärt und einem demütigenden Exorzismus unterzogen wird.

Ephesus, wo Verbote, Gesetze und Verträge den Alltag reglementieren, wird also vom Unmöglichen heimgesucht. Im resultierenden Chaos erweist sich das Netz der (finanziellen) Verbindlichkeiten zwischen den Ephesern als äußerst fragil. In diesem Aufeinanderprallen von Schiffbrüchigen und Ehebrüchigen, Dämonen und Huren, Einzelkämpfern und Doppelgängern wird offenbar, auf welch dünnem Eis man sich bewegt, wenn man nur das für bare Münze nimmt, was der Verstand erfassen kann.

Das traumhafte, irrationale Moment wird mit einer Rahmenhandlung vertieft, die sich auf Motive der mittelalterlichen Romanze Apollonius, König von Tyros bezieht, die wüste Mär einer vom Schicksal auseinandergerissenen Familie (die Shakespeare später auch als Vorlage für Perikles dienen sollte). Hier ist es die Familie von Egeon, Emilia und ihren Zwillingssöhnen, deren poetische Wiedervereinigung das Stück beschließt. Ihre Sehnsüchte und Nöte verleihen der handfesten Komödie einen schwingenden Klangboden, eine schwirrende Doppelbödigkeit. Die Komödie der Irrungen vereint beides in sich, die Farce und das Märchen; wie immer hat es Shakespeare nicht nur aufs Zwerchfell abgesehen, sondern auch auf die Seele.

Henry Mason

GRATIS BUS-SHUTTLE
Anfang Reichenhaller Straße, Höhe Haus Nr. 4
Abfahrt zur Perner-Insel, Hallein: 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn
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