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PROGRAMMDETAIL

Giuseppe Verdi Ernani

Dramma lirico in vier Akten von Giuseppe Verdi (1813–1901)
Libretto von Francesco Maria Piave (1810–1876) nach dem Drama Hernani, ou L’Honneur castillan (1830) von Victor Hugo

Konzertante Aufführung
Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 3 Stunden und 5 Minuten.

 

PREMIERE

  • 27. August 2015, 15:00 Uhr

AUFFÜHRUNG

  • 29. August 2015, 21:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Großes Festspielhaus

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Riccardo Muti, Musikalische Leitung
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Giuseppe Montanari, Leitung Bühnenmusik

BESETZUNG

Francesco Meli, Ernani
Vittoria Yeo, Donna Elvira
Luca Salsi, Don Carlo
Ildar Abdrazakov, Don Ruy Gomez de Silva
Antonello Ceron, Don Riccardo
Gianfranco Montresor, Jago
Simge Büyükedes, Giovanna

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Orchestra Giovanile Luigi Cherubini
Mitglieder des Mozarteumorchesters Salzburg

ZUR PRODUKTION

Victor Hugos Schauspiel Hernani, ou L’Honneur castillan, das 1830 in Paris seine tumultuöse Uraufführung erlebte und der literarischen Romantik zum Durchbruch verhalf, ließ auch in Italien die junge Künstlergeneration nicht kalt. Verdi spürte sofort, dass das Stück genau das bot, was er benötigte, um nach erfolgreichen Choropern wie Nabucco erstmals ein packendes Drama der Individuen zu gestalten: mit klaren, kraftvollen Strichen umrissene Charaktere, die heftig aneinandergeraten. Die Konfrontationen sind vorprogrammiert, wird die leidenschaftliche „aragonesische Jungfrau“ Elvira doch gleich von drei Männern begehrt: ihrem Geliebten Ernani, der als entmachteter Aristokrat das Leben eines Banditen und Outlaw führt, Carlo – dem historischen Karl V. – und dem alten Silva, Elviras Onkel. Mit Ausnahme Carlos werden sie Opfer ihres an Hybris grenzenden Stolzes, ihrer Rachegefühle und bizarrer Ehrbegriffe. Die ins Überlebensgroße gesteigerten Figuren der dramatischen, von Francesco Maria Piave zum Libretto verarbeiteten Vorlage erleichterten es Verdi, in Ernani seine männlichen Stimmarchetypen in aller Deutlichkeit zu definieren: den granitartigen, monochromen Bass (Silva), den lyrischen, feurigen und verzweifelnden Tenorhelden (Ernani) und den Macht ausstrahlenden Bariton (Carlo), der an beiden Naturen Anteil hat, „bald Zephyr, bald Orkan“ (Julian Budden). Die pralle Energie von Hugos Alexandrinern spiegelt sich in Verdis Musik wider: Ein von straffen Rhythmen unterfütterter, klarer und sehniger melodischer Stil charakterisiert die gesamte Oper und verleiht ihr eine erstaunliche Geschlossenheit. Mit Ernani, 1844 in Venedig uraufgeführt, schuf Verdi sein erstes international erfolgreiches Repertoirewerk, in dem sich seine musikalische Persönlichkeit auf faszinierende Art und Weise herauskristallisiert.

Christian Arseni



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