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PROGRAMMDETAIL

Jules Massenet Werther

Drame lyrique in vier Akten von Jules Massenet (1842–1912)
Libretto von Édouard Blau (1836–1906), Paul Milliet (1855–1924) und Georges Hartmann (1843–1900) nach Johann Wolfgang von Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther (1774)

Konzertante Aufführung
Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 2 Stunden und 45 Minuten.

 

PREMIERE

  • 15. August 2015, 21:00 Uhr

AUFFÜHRUNGEN

  • 18. August 2015, 21:00 Uhr
  • 22. August 2015, 21:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Großes Festspielhaus

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LEADING TEAM

Alejo Pérez, Musikalische Leitung
Wolfgang Götz, Choreinstudierung

ZUR PRODUKTION

In seiner Autobiografie berichtet Jules Massenet, wie er sich 1886 auf dem Rückweg von einer Pilgerfahrt zum Parsifal nach Bayreuth bei einem Zwischenstopp in Wetzlar an Goethes Werther-Roman erinnerte und ihn an Ort und Stelle wiederentdeckte: „[…] ich konnte mich nicht von der Lektüre jener brennenden Briefe losreißen, in denen sich die Gefühle der größten Leidenschaft widerspiegelten. […] Was für aufwühlende Szenen, was für fesselnde Bilder könnte das ergeben!“ In Tat und Wahrheit reichen erste Skizzen Massenets zu diesem Briefroman bis in das Jahr 1880 zurück. Um den Erfordernissen eines Opernlibrettos nach dramatischer Wirkung zu entsprechen, wurden die Figuren von Charlotte und Albert verändert sowie Sophie hinzuerfunden. Und im Unterschied zum Roman, in dem Charlotte Albert aus freien Stücken liebt und Werthers Schwärmerei zunächst nicht einmal bemerkt, ist sie in der Oper durch einen Schwur, den sie der Mutter auf dem Totenbett gab, Albert verpflichtet. An der Figur des Werther aber ändern diese Dramatisierungen nichts; die Stärke seiner bedingungslosen Liebe zu Charlotte und die damit für ihn unlösbaren Konflikte, die ihn zum Freitod bewegen, bleiben dieselben. Analog zur Form des monologischen Briefromans bei Goethe hat Massenet seine Oper aus der Sicht Werthers komponiert. Und übernommen haben er und seine Librettisten von Goethe auch die Naturschilderungen, die den Roman so reich durchziehen. Diese spiegeln in jedem Moment Werthers innere Befindlichkeit wider – vom heiter unbeschwerten Sommer über den melancholischen Herbst zum tragisch-düsteren Winter.

Ronny Dietrich




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